Schweden begeistert mit unberührter Natur, dichten Wäldern und glasklaren Seen. Wer im Skandinavien-Urlaub wandert, campiert oder Beeren pflückt, fragt sich oft: Welche Schlangen gibt es in Schweden und wie gefährlich sind sie?
Obwohl Skandinavien für kühleres Klima bekannt ist, bieten die südschwedischen Küsten, Lichtungen und Schären hervorragende Lebensräume für Reptilien. In diesem Ratgeber erfährst du, welche drei Arten im Land heimisch sind, wie du sie sicher unterscheidest, wie giftig die Kreuzotter ist und wie du dich im Notfall richtig verhältst.
Welche Schlangen gibt es in Schweden? Die 3 heimischen Arten im Überblick
In Schweden kommen ausschließlich drei Reptilienarten aus der Unterordnung der Schlangen vor. Nur eine davon ist eine Giftschlange.
1. Die Kreuzotter (Huggorm) – Schwedens einzige Giftschlange
Die Kreuzotter (Vipera berus) ist die mit Abstand bekannteste und am weitesten verbreitete Schlange Schwedens. Sie kommt fast im gesamten Land vor, mit Ausnahme der nördlichsten Hochgebirgsregionen (Fjell).
- Länge: Meist 60 bis 80 cm.
- Aussehen: Typisches Zickzack-Muster auf dem Rücken. Die Grundfarbe variiert von Grautönen (oft Männchen) bis hin zu Brauntönen (oft Weibchen). Auch komplett schwarze Exemplare (Schwärzlinge) sind gar nicht so selten.
- Pupille: Senkrecht/schlitzförmig (wichtiges Unterscheidungsmerkmal).
- Giftig: Ja, besitzt Giftzähne.
2. Die Ringelnatter (Grassnok) – Der harmlose Schwimmer
Die Ringelnatter (Natrix natrix) liebt die Nähe zum Wasser und ist in Süd- und Mittelschweden weit verbreitet. Sie ist für den Menschen völlig ungefährlich.
- Länge: Oft 80 bis 110 cm (wird größer als die Kreuzotter).
- Aussehen: Dunkelgraue bis olivgrüne Färbung. Markantes Erkennungsmerkmal sind zwei gelbliche, weiße oder orangefarbene Halbmond-Flecken im Nacken.
- Pupille: Rund.
- Giftig: Nein, für Menschen absolut unbedenklich. Bei Bedrohung sondert sie ein stinkendes Sekret ab oder stellt sich tot.
3. Die Schlingnatter oder Glattnatter (Hasseltsnok) – Selten und harmlos
Die Schlingnatter (Coronella austriaca) ist die seltenste Schlangenart in Schweden. Sie ist vor allem im Süden sowie an trockenen, felsigen Küstenstreifen anzutreffen.
- Länge: Ca. 60 bis 70 cm.
- Aussehen: Glatte, glänzende Schuppen mit brauner Grundfarbe und dunklen Fleckenreihen auf dem Rücken (wird manchmal mit der Kreuzotter verwechselt).
- Pupille: Rund.
- Giftig: Nein, ungiftig.
Bestimmungshilfe: Die schwedischen Schlangenarten im Vergleich
| Merkmal | Kreuzotter (Huggorm) | Ringelnatter (Grassnok) | Schlingnatter (Hasseltsnok) |
|---|---|---|---|
| Giftigkeit | Schwach bis mittel giftig | Ungiftig | Ungiftig |
| Pupillenform | Senkrecht (schlitzförmig) | Rund | Rund |
| Rückenmuster | Zickzack-Band | Meist einfarbig/dunkel | Fleckenreihen |
| Nackenflecken | Keine | Gelb/Weiße Halbmonde | Dunkler Nackenfleck |
| Lebensraum | Waldränder, Heide, Felsen | Seen, Moore, Feuchtwiesen | Sonnig-trockene Hanglagen |
| Verbreitung | Ganz Schweden (exkl. Fjell) | Süd- und Mittelschweden | Nur Südschweden (selten) |
Wie gefährlich ist die Kreuzotter in Schweden?
Ein Zusammentreffen mit einer Kreuzotter führt bei Touristen oft zu Unsicherheit. Grundsätzlich gilt: Kreuzottern sind scheue Fluchttiere. Sie greifen niemals grundlos an, sondern beissen nur zu, wenn sie überrascht, getreten oder bedrängt werden.
Wirkung des Giftes
Das Gift dient der Jagd auf kleine Nagetiere und Eidechsen. Ein Biss bei einem gesunden, erwachsenen Menschen führt meist zu:
- Lokalen Schwellungen und Schmerzen rund um die Bissstelle
- Rötungen und Verfärbungen
- In manchen Fällen Übelkeit, Kreislaufreaktionen oder Schwindel
Wichtig: Ein Biss ist medizinisch ernst zu nehmen, verläuft aber bei Erwachsenen extrem selten tödlich. Besondere Vorsicht gilt bei Kleinkindern, Älteren, Herz-Kreislauf-Patienten sowie Bissen im Kopf- oder Halsbereich. Auch Allergiker müssen schnell handeln.
Was tun bei einem Schlangenbiss in Schweden?
Sollte es trotz Vorsicht zu einem Biss kommen, bewahre Ruhe. Panik beschleunigt den Herzschlag und verbreitet das Gift schneller im Körper.
Erste-Hilfe-Schritte:
- Ruhe bewahren und bewegen vermeiden: Betroffenes Körperteil (z. B. Bein oder Arm) ruhigstellen.
- Keine Experimente: Die Wunde nicht aussaugen, nicht aufschneiden und nicht abbinden.
- Schmuck/Schuhe ausziehen: Vorab enge Kleidung oder Ringe an der betroffenen Extremität entfernen, da Gewebe anschwellen kann.
- Notruf wählen: Rufe umgehend die schwedische Notrufnummer 112 an oder suche das nächste Krankenhaus (Sjukhus) bzw. die nächste Gesundheitszentrale (Vårdcentral) auf.
Verwechslungsgefahr: Die Blindschleiche (Kopparödla)
Oft wird eine weitere Echse für eine Schlange gehalten: Die Blindschleiche (Kopparödla oder Kopparorm). Sie ist eine beinechsenartige Eidechse, völlig harmlos, ungiftig und in Schweden sehr häufig in Gärten und Waldrändern zu finden. Sie besitzt glatte, kupferfarbene Schuppen und unterscheidet sich durch bewegliche Augenlider von echten Schlangen.
Praktische Verhaltensregeln für den Schweden-Urlaub
Schlangen sind nützliche Bestandteile des Ökosystems und halten Schädlinge kurz. Beachte folgende Regeln beim Wandern und Campen:
- Feste Schuhe tragen: Wanderschuhe und lange Hosen schützen im hohen Gras und Blaubeerkraut effektiv vor Bissen.
- Auftreten ankündigen: Schlangen nehmen Bodenvibrationen wahr. Auftreten mit festem Schritt lässt Schlangen rechtzeitig flüchten.
- Vorsicht beim Holzholen & Beerenpflücken: Nicht unbedacht in dunkle Felsspalten, unter Holzstapel oder dichtes Gebüsch greifen.
- Schutzstatus beachten: Alle Schlangenarten stehen in Schweden unter absolutem Naturschutz. Sie dürfen weder verletzt, getötet noch gefangen werden.
Häufige Fragen zu Welche Schlangen gibt es in Schweden (FAQ)
Gibt es gefährliche Giftschlangen in Schweden?
Die einzige giftige Schlange in Schweden ist die Kreuzotter (Vipera berus). Bisse sind schmerzhaft, aber für gesunde Erwachsene in der Regel nicht lebensgefährlich.
Wie heißt die Kreuzotter auf Schwedisch?
Auf Schwedisch heißt die Kreuzotter Huggorm.
Wann sind Schlangen in Schweden aktiv?
Schlangen erwachen je nach Wetter im April aus der Winterstarre und sind bis etwa September/Oktober aktiv. Im Frühjahr sonnen sie sich häufig auf warmen Steinen.
Gibt es Schlangen in Nordschweden?
Ja, die Kreuzotter kommt auch im Norden Schwedens vor, allerdings nicht in den sehr hohen Mountain- bzw. Fjell-Regionen. Ringelnattern und Schlingnattern beschränken sich eher auf den Süden und die Mitte.
Was macht man, wenn man im Schweden-Urlaub gebissen wird?
Bewahre Ruhe, stelle das gebissene Körperteil ruhig und kontaktiere sofort den Notruf unter der 112.
Sind Schlangen in Schweden geschützt?
Ja, alle Reptilien und Amphibien – einschließlich aller drei Schlangenarten – stehen in Schweden unter Vollschutz (Fridlyst).
Können schwedische Schlangen schwimmen?
Ja, vor allem die Ringelnatter ist eine hervorragende Schwimmerin und wird oft in Binnenseen gesehen. Auch Kreuzottern können bei Bedarf schwimmen.
Wie halte ich Schlangen vom Ferienhaus fern?
Halte den Rasen rund um das Stuga/Ferienhaus kurz und vermeide Haufen aus Totholz, Laub oder Steinen direkt am Haus, da diese als Verstecke dienen.
Fazit
Wer die Natur Schwedens genießt, braucht keine Angst vor Schlangen zu haben. Mit festem Schuhwerk, aufmerksamem Auftreten und respektvollem Abstand lässt sich die skandinavische Wildnis entspannt erkunden. Wenn du die Unterschiede zwischen der giftigen Kreuzotter und den ungiftigen Nattern kennst, bist du für dein nächstes Outdoor-Abenteuer bestens gerüstet.



