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Geheimtipp Skandinavien: Der ultimative Guide zum Tauchen in Schweden

Entdecke das Abenteuer Tauchen in Schweden! Von legendären Ostsee-Wracks bis zu klaren Minenseen. Praktische Tipps, Ausrüstung & Top-Spots im Guide.

Aktualisiert: 9. Juli 2026 6 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Småland

Wer an Tauchen denkt, hat meist bunte Korallenriffe und tropische Gewässer vor Augen. Doch abseits der Postkartenidylle verbirgt sich im Norden Europas eines der faszinierendsten und geschichtsträchtigsten Tauchrevier der Erde. Tauchen in Schweden ist ein Abenteuer für Individualisten, Wrack-Liebhaber und Naturbegeisterte. Von perfekt erhaltenen Holzwracks in der Ostsee, die Hunderte von Jahren alt sind, bis hin zu mystischen, gefluteten Minen im Inland – Schweden bietet Unterwasser-Erlebnisse, die weltweit ihresgleichen suchen.

In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über die besten Tauchspots, die optimalen Reisezeiten, notwendige Ausrüstung und wie du dein skandinavisches Tauchabenteuer sicher planst.

Tauchen in Schweden – Eindruck aus Småland, Schweden

Warum Schweden auf jede Tauch-Bucket-List gehört

Schweden ist umgeben von Wasser: Im Westen liegt das salzige Skagerrak, im Osten die brackige Ostsee, und das Landesinnere ist von Tausenden Seen durchzogen. Diese geografische Vielfalt sorgt für extrem abwechslungsreiche Tauchbedingungen.

Das Ostsee-Phänomen: Zeitkapseln aus Holz

Der größte Schatz Schwedens liegt in der Ostsee. Aufgrund des geringen Salzgehalts und der Abwesenheit des Schiffsbohrwurms (Teredo navalis) werden Holzwracks hier nicht zersetzt. Schiffe aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stehen oft noch aufrecht auf dem Meeresgrund – inklusive Masten, Steuerrad und intakter Ladung. Für geschichtsinteressierte Taucher ist das Wracktauchen in Schweden wie der Besuch eines Unterwassermuseums.

Die Westküste: Artenreichtum im Skagerrak

Bevorzugst du marines Leben statt altem Holz? Dann ist die schwedische Westküste rund um die Region Bohuslän dein Ziel. Hier trifft salziges Atlantikwasser auf die Küste, was eine erstaunliche Biodiversität hervorbringt: farbenfrohe Seeanemonen, Hummer, Seewölfe und ausgedehnte Kelpwälder warten auf Entdeckung.

Die besten Tauchspots in Schweden im Überblick

Damit du deine Route perfekt planen kannst, haben wir die absoluten Highlights der schwedischen Unterwasserwelt zusammengefasst.

1. Das Wrack-Eldorado vor Stockholm und Gotland

Die Schärengärten vor Stockholm und die Gewässer rund um die Insel Gotland bergen Tausende dokumentierte Schiffswracks. Ein Highlight ist das Öresund-Gebiet oder die Gewässer um Öland, wo namhafte Wracks wie die Kronan oder die Mars gefunden wurden (obwohl einige archäologische Schutzzonen sind, gibt es Dutzende frei betauchbare Wracks).

2. Die Abenteuer-Mine Äventyrsgruvan (Tuna Hästberg)

Im Herzen von Dalarna liegt eine der spektakulärsten Unterwelt-Tauchplätze Europas. Die alte Eisenmine Tuna Hästberg wurde nach ihrer Stilllegung teilweise geflutet. Heute tauchst du hier durch gigantische, von Menschenhand geschaffene Hallen, vorbei an alten Werkzeugen, Treppen und Schienen.

3. Das Meeresleuchten im Nationalpark Kosterhavet

Schwedens erster Meeresnationalpark an der Westküste schützt ein einzigartiges Tiefwasser-Riff. Durch einen tiefen Graben gelangt nährstoffreiches, kaltes Atlantikwasser direkt an die Küste.

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Tauchregionen im direkten Vergleich

RegionTauchartSichtweitenWassertemperatur (Sommer)Hauptattraktion
Ostseeküste (Ost)Wracktauchen5 – 15 Meter4 °C (Tiefe) bis 16 °C (Oberfläche)Perfekt erhaltene Holzschiffe
Westküste (Bohuslän)Riff- & Strömungstauchen10 – 20 Meter14 °C – 18 °CKelpwälder, Hummer, Robben
Inland (Minen/Seen)Höhlen- & Tec-Tauchen30+ MeterKonstant 4 °C – 6 °CUnterwelt-Architektur, Artefakte

Die richtige Ausrüstung: Ohne Trocki geht es kaum

Wer in Schweden tauchen möchte, muss sich auf kalte Wassertemperaturen einstellen. Selbst im Hochsommer sinken die Temperaturen unterhalb der Sprungschicht (Thermokline) in der Ostsee schnell auf konstant 4 °C bis 6 °C.

Häufige Fehler beim Tauchen in Schweden – und wie du sie vermeidest

Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung für deinen Tauchtrip

  1. Reisezeit wählen: Die beste Zeit für die West- und Ostküste ist von Mai bis September. Für das Minentauchen ist die Jahreszeit egal, da unter Tage konstante Bedingungen herrschen.
  2. Zertifikate prüfen: Stelle sicher, dass deine Brevets (z.B. Advanced Open Water, Dry Suit, Deep Diving) aktuell sind. Für viele Wracks ist eine Tieferfahrung bis 30 Meter notwendig.
  3. Tauchbasis kontaktieren: Buche Ausfahrten im Voraus. Bekannte Basen wie Smögen Dyklogi (Westküste) oder Dykets (Stockholm) sind im Sommer schnell ausgebucht.
  4. Logistik planen: Schweden ist ideal für eine Reise mit dem eigenen Camper oder Auto. So kannst du deine schwere Kaltwasserausrüstung problemlos transportieren.

Häufige Fragen zu Tauchen in Schweden (FAQ)

Benötige ich ein spezielles Brevet, um in Schwedens Wracks zu tauchen?

Für die meisten frei zugänglichen Wracks reicht ein Advanced Open Water Diver (AOWD) oder ein äquivalentes Zertifikat mit der Spezialisierung "Tieftauchen". Für das Innere von Wracks (Penetration) ist ein echtes Wracktauch- oder Tec-Brevet zwingend erforderlich.

Gibt es Haie in Schweden?

Ja, an der Westküste gibt es Haie, vor allem den Kleingefleckten Katzenhai und gelegentlich Heringshaie oder Dornhaie. Sie sind jedoch scheu und für Taucher absolut ungefährlich.

Wie teuer ist Tauchen in Schweden?

Schweden gilt als teureres Reiseland. Eine Bootsausfahrt mit zwei Tauchgängen kostet meist zwischen 800 und 1.200 Schwedischen Kronen (SEK), was etwa 70 bis 110 Euro entspricht. Flaschenfüllungen (Luft) kosten ca. 10 Euro.

Kann man in Schweden auch im Winter tauchen?

Ja, Eistauchen ist in den schwedischen Seen im Januar und Februar sehr beliebt. Die Sichtweiten unter dem Eis sind oft phänomenal (bis zu 40 Meter), erfordern aber eine spezielle Ausbildung und Logistik.

Ist das Wasser in der Ostsee sauber?

Die Sichtweiten variieren je nach Algenblüte (meist im Hochsommer im Juli). Im Frühjahr und Herbst ist das Wasser oft sehr klar. Die Ostsee hat eine grünliche Färbung, bietet aber abseits der Oberfläche gute Sichtbedingungen.

Wo kann ich Ausrüstung leihen?

Große Tauchzentren in Stockholm, Göteborg und entlang der Küsten vermieten die komplette Kaltwasserausrüstung inklusive Trockentauchanzügen. Eine vorherige Reservierung der passenden Größe ist ratsam.

Gibt es Dekompressionskammern in Schweden?

Ja, medizinische Notfallzentren mit hyperbaren Kammern befinden sich in den großen Universitätskliniken in Stockholm, Göteborg und Karlskrona. Die Rettungskette ist in Schweden hervorragend organisiert.

Darf man in Schweden überall ohne Guide tauchen?

Grundsätzlich gilt das Jedermannsrecht (Allemansrätten) für den Zugang zur Natur. Du darfst fast überall von Land aus tauchen, sofern es keine militärische Sperrzone, Nationalpark-Kernzone oder ein archäologisch geschütztes Wrack (mit Tauchverbot) ist.

Fazit

Tauchen in Schweden ist kein klassischer Urlaub zum Entspannen unter Palmen – es ist echtes Entdeckertum. Wer die Herausforderung der Kälte annimmt, wird mit Sichtweiten belohnt, die in Europa ihresgleichen suchen, und steht face-to-face mit Schiffen, die sanker als die Republiken alt sind, in denen wir leben.

Unsere Empfehlung: Beginne deine Reise an der schwedischen Westküste, um dich an das skandinavische Wasser zu gewöhnen, und wage dich dann mit einer erfahrenen lokalen Crew an die mystischen Wracks der Ostsee.