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Monument der Wikingerzeit: Der magische Grabhügel Anundshög in Västmanland

Entdecke Anundshög in Västmanland. Praktische Tipps zu Schwedens größtem Grabhügel, den Schiffssetzungen, Runensteinen und der Wikinger-Geschichte.

Aktualisiert: 9. Juli 2026 7 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Småland

Wer an die Epoche der Wikinger und die tiefe Geschichte Skandinaviens denkt, dem kommen oft Runensteine, epische Sagas und geheimnisvolle Grabstätten in den Sinn. Ein Ort vereint all diese Facetten so eindrucksvoll wie kaum ein anderer in Nordeuropa: Anundshög (auch Anundshögen) in der schwedischen Region Västmanland. Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt Västerås liegt hier das Epizentrum einer längst vergangenen Zeit.

Egal, ob du eine Rundreise durch Schweden planst, dich für Archäologie begeisterst oder die historischen Wurzeln des Landes hautnah erleben möchtest – dieser historische Kraftort zieht jeden Besucher in seinen Bann. In diesem Guide erfährst du alles über die Geschichte, die monumentalen Monumente und erhältst praktische Tipps für deinen Besuch vor Ort.

Anundshög – Eindruck aus Småland, Schweden

Auf einen Blick: Das archäologische Areal von Anundshög

Damit du dir die Dimensionen dieses geschichtsträchtigen Ortes direkt vorstellen kannst, haben wir die wichtigsten Eckdaten der archäologischen Stätte für dich zusammengefasst:

Merkmal / MonumentDetails & AbmessungenHistorische Bedeutung
Grabhügel (Anundshög)9 Meter hoch, 64 Meter DurchmesserGrößter Grabhügel Schwedens; königliche Bestattungsstätte.
Große Schiffssetzung53 Meter lang, 16 Meter breitSymbolische Steinsetzung; ritueller und repräsentativer Zweck.
Der RunensteinÜber 3 Meter hoch (11. Jahrhundert)Denkmal von Folkvid für seinen Sohn Heden; erwähnt König Anund.
Historische FunktionThingplatz & KulturzentrumOrt für Gerichtsverhandlungen, Märkte und religiöse Opferfeste.

Die Geschichte hinter dem Hügel: Wer ruht in Anundshög?

Der gigantische Grabhügel datiert Schätzungen zufolge auf die Zeit zwischen 500 und 1050 n. Chr., wobei die Kernnutzung in der schwedischen Eisenzeit und der anschließenden Wikingerzeit lag. Doch wer wurde hier mit einem solch monumentalen Aufwand bestattet?

Die Volkssage verbindet den Hügel traditionell mit dem legendären König Anund (Bröt-Anund), einem Herrscher aus dem sagenumwobenen Geschlecht der Ynglinger. Historiker und Archäologen sind sich heute jedoch einig: Der Name des Hügels stammt vermutlich eher von dem monumentalen Runenstein ab, der direkt daneben steht, oder von einem lokalen Anführer, der die Region prägte. Sicher ist jedoch, dass hier eine Person von immenser Macht und unvorstellbarem Reichtum begraben liegt. Eine vollständige Ausgrabung des Hauptbeckens hat bis heute nicht stattgefunden, um die Substanz des Denkmals für zukünftige Forschungstechnologien zu schonen.

Ein Hotspot der Macht: Der Eriksgata und der Thingplatz

Anundshög war weit mehr als nur ein Friedhof. Die Anlage war ein strategischer und politischer Knotenpunkt im alten Schweden.

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Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände

Wenn du das weitläufige, wunderbar gepflegte Areal betrittst, fallen dir sofort mehrere monumentale Strukturen ins Auge. Nimm dir ausreichend Zeit, um die einzelnen Elemente auf dich wirken zu lassen.

1. Der riesige Grabhügel (Anundshögen)

Er ist das unübersehbare Zentrum der Anlage. Wenn du vor der mächtigen Erderhebung stehst, wird dir die logistische Meisterleistung der damaligen Menschen bewusst. Tonnen von Erde, Steinen und Lehm wurden hier von Hand aufgeschüttet. Über eine hölzerne Treppe kannst du die Spitze des Hügels besteigen (bitte bleibe auf den Wegen, um die Grasnarbe zu schützen). Von oben hast du einen fantastischen Rundblick über das gesamte historische Kulturland.

2. Die Schiffssetzungen (Skeppssättningar)

Direkt neben dem Hügel befinden sich fünf beeindruckende Schiffssetzungen. Die beiden größten sind hintereinander angeordnet und bilden eine imposante Linie. Die Steine sind so gesetzt, dass sie die Form eines Wikingerschiffes nachbilden. Diese Formationen dienten in der skandinavischen Mythologie oft als symbolische Fahrzeuge, die die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits – nach Walhall – tragen sollten.

3. Der prachtvolle Runenstein von Folkvid

Ein absolutes Highlight für Geschichtsfans ist der monumentale Runenstein (Vs 13), der markant an der ehemaligen Wegstrecke steht. Die Inschrift ist im sogenannten Runenstil des 11. Jahrhunderts verfasst.

Die Übersetzung der Runen lautet sinngemäß:

"Folkvid errichtete all diese Steine nach seinem Sohn Heden, dem Bruder von Anund. Vred meißelte die Runen."

Besonders faszinierend: Auf dem Stein befindet sich eine seltene Ritzung, die einen Mann und eine Frau zeigt, die sich umschlungen halten – ein für Runensteine höchst ungewöhnliches Motiv.

Häufige Fehler bei einem Besuch – und wie du sie vermeidest

Damit dein Ausflug nach Anundshög zu einem perfekten Erlebnis wird, solltest du die folgenden typischen Fehler vermeiden:

Praktische Reisetipps für deinen Ausflug

Anreise und Lage

Anundshög liegt im Vorort Badelunda, etwa 6 Kilometer östlich des Stadtzentrums von Västerås.

Beste Reisezeit

Das Gelände ist das ganze Jahr über frei und kostenlos zugänglich. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Monate Mai bis September. In dieser Zeit blüht die schwedische Natur auf, das Café hat regelmäßig geöffnet und es finden gelegentlich geführte Touren (auch auf Englisch) statt. Ein Besuch im mystischen Herbstnebel oder bei Schnee hat jedoch ebenfalls einen ganz besonderen, magischen Reiz.

Häufige Fragen zu Anundshög (FAQ)

Kostet der Eintritt nach Anundshög Geld?

Nein, der Zugang zum gesamten archäologischen Freiluftgelände sowie der Parkplatz sind komplett kostenlos.

Wie alt ist das Hügelgrab Anundshög genau?

Die Anlage wurde über einen langen Zeitraum genutzt. Die Hauptbauphase des großen Hügels wird auf die schwedische Vendelzeit bis Wikingerzeit datiert, ungefähr zwischen 500 und 1050 n. Chr.

Darf man auf den Hügel hinaufsteigen?

Ja, es gibt eine eigens dafür angelegte Holztreppe. Um die Archäologie und die Natur zu schützen, wird darum gebeten, ausschließlich diese Treppe zu nutzen und nicht querfeldein über den Hügel zu laufen.

Gibt es vor Ort Gastronomie?

Ja, in der Hauptsaison (Sommer) hat das Café Anund geöffnet. Hier gibt es schwedische Kaffeespezialitäten, Waffeln, Eis und kleine Snacks (Fika). Zudem gibt es Toiletten vor Ort.

Ist die Anlage barrierefrei?

Die Hauptwege um den großen Hügel, die Schiffssetzungen und den Runenstein sind flach und gut mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen befahrbar. Der Aufstieg auf den Hügel selbst ist jedoch nicht barrierefrei.

Was bedeutet der Name "Anundshög"?

Der Name setzt sich zusammen aus dem altnordischen Personennamen „Anund“ und dem schwedischen Wort „hög“ für Hügel. Frei übersetzt bedeutet es also „Anunds Hügel“.

Gibt es in der Nähe weitere Wikinger-Sehenswürdigkeiten?

Ja, die gesamte Region um den Mälaren-See ist reich an Geschichte. Unweit entfernt liegt beispielsweise die historische Wikingerstadt Birka (auf der Insel Björkö) oder das Schloss Strömsholm.

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Um das Gelände entspannt zu erlaufen, die Infotafeln zu lesen und eventuell eine Kaffeepause einzulegen, solltest du ca. 1,5 bis 2 Stunden einplanen.

Fazit

Anundshög in Västmanland ist kein verstaubtes Museum, sondern ein lebendiges Stück skandinavischer Geschichte. Die Kombination aus dem gigantischen Hügelgrab, den eleganten Schiffssetzungen und dem geschichtsträchtigen Runenstein macht diesen Ort zu einem der wertvollsten Kulturdenkmäler Schwedens.

Unsere Handlungsempfehlung: Verbinde den Besuch von Anundshög mit einem Tagesausflug nach Västerås. Schlendere morgens durch das historische Viertel Kyrkbacken in der Stadt und verbringe den Nachmittag in der Ruhe und Mystik von Anundshög. Es ist eine Zeitreise, die dir die Welt der Wikinger nachhaltig näherbringt.