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Welche Schlangen gibt es in Schweden?

Welche Schlangen gibt es in Schweden? Erfahre alles über heimische Schlangenarten, Gifte, Verhaltensregeln und Erste-Hilfe-Tipps für den Urlaub.

Aktualisiert: 20. Juli 2026 5 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Småland

Schweden begeistert mit unberührter Natur, dichten Wäldern und glasklaren Seen. Wer im Skandinavien-Urlaub wandert, campiert oder Beeren pflückt, fragt sich oft: Welche Schlangen gibt es in Schweden und wie gefährlich sind sie?

Obwohl Skandinavien für kühleres Klima bekannt ist, bieten die südschwedischen Küsten, Lichtungen und Schären hervorragende Lebensräume für Reptilien. In diesem Ratgeber erfährst du, welche drei Arten im Land heimisch sind, wie du sie sicher unterscheidest, wie giftig die Kreuzotter ist und wie du dich im Notfall richtig verhältst.

Welche Schlangen gibt es in Schweden – Eindruck aus Småland, Schweden

Welche Schlangen gibt es in Schweden? Die 3 heimischen Arten im Überblick

In Schweden kommen ausschließlich drei Reptilienarten aus der Unterordnung der Schlangen vor. Nur eine davon ist eine Giftschlange.

1. Die Kreuzotter (Huggorm) – Schwedens einzige Giftschlange

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist die mit Abstand bekannteste und am weitesten verbreitete Schlange Schwedens. Sie kommt fast im gesamten Land vor, mit Ausnahme der nördlichsten Hochgebirgsregionen (Fjell).

2. Die Ringelnatter (Grassnok) – Der harmlose Schwimmer

Die Ringelnatter (Natrix natrix) liebt die Nähe zum Wasser und ist in Süd- und Mittelschweden weit verbreitet. Sie ist für den Menschen völlig ungefährlich.

3. Die Schlingnatter oder Glattnatter (Hasseltsnok) – Selten und harmlos

Die Schlingnatter (Coronella austriaca) ist die seltenste Schlangenart in Schweden. Sie ist vor allem im Süden sowie an trockenen, felsigen Küstenstreifen anzutreffen.

Bestimmungshilfe: Die schwedischen Schlangenarten im Vergleich

MerkmalKreuzotter (Huggorm)Ringelnatter (Grassnok)Schlingnatter (Hasseltsnok)
GiftigkeitSchwach bis mittel giftigUngiftigUngiftig
PupillenformSenkrecht (schlitzförmig)RundRund
RückenmusterZickzack-BandMeist einfarbig/dunkelFleckenreihen
NackenfleckenKeineGelb/Weiße HalbmondeDunkler Nackenfleck
LebensraumWaldränder, Heide, FelsenSeen, Moore, FeuchtwiesenSonnig-trockene Hanglagen
VerbreitungGanz Schweden (exkl. Fjell)Süd- und MittelschwedenNur Südschweden (selten)

Wie gefährlich ist die Kreuzotter in Schweden?

Ein Zusammentreffen mit einer Kreuzotter führt bei Touristen oft zu Unsicherheit. Grundsätzlich gilt: Kreuzottern sind scheue Fluchttiere. Sie greifen niemals grundlos an, sondern beissen nur zu, wenn sie überrascht, getreten oder bedrängt werden.

Wirkung des Giftes

Das Gift dient der Jagd auf kleine Nagetiere und Eidechsen. Ein Biss bei einem gesunden, erwachsenen Menschen führt meist zu:

Wichtig: Ein Biss ist medizinisch ernst zu nehmen, verläuft aber bei Erwachsenen extrem selten tödlich. Besondere Vorsicht gilt bei Kleinkindern, Älteren, Herz-Kreislauf-Patienten sowie Bissen im Kopf- oder Halsbereich. Auch Allergiker müssen schnell handeln.

Was tun bei einem Schlangenbiss in Schweden?

Sollte es trotz Vorsicht zu einem Biss kommen, bewahre Ruhe. Panik beschleunigt den Herzschlag und verbreitet das Gift schneller im Körper.

Erste-Hilfe-Schritte:

  1. Ruhe bewahren und bewegen vermeiden: Betroffenes Körperteil (z. B. Bein oder Arm) ruhigstellen.
  2. Keine Experimente: Die Wunde nicht aussaugen, nicht aufschneiden und nicht abbinden.
  3. Schmuck/Schuhe ausziehen: Vorab enge Kleidung oder Ringe an der betroffenen Extremität entfernen, da Gewebe anschwellen kann.
  4. Notruf wählen: Rufe umgehend die schwedische Notrufnummer 112 an oder suche das nächste Krankenhaus (Sjukhus) bzw. die nächste Gesundheitszentrale (Vårdcentral) auf.

Verwechslungsgefahr: Die Blindschleiche (Kopparödla)

Oft wird eine weitere Echse für eine Schlange gehalten: Die Blindschleiche (Kopparödla oder Kopparorm). Sie ist eine beinechsenartige Eidechse, völlig harmlos, ungiftig und in Schweden sehr häufig in Gärten und Waldrändern zu finden. Sie besitzt glatte, kupferfarbene Schuppen und unterscheidet sich durch bewegliche Augenlider von echten Schlangen.

Praktische Verhaltensregeln für den Schweden-Urlaub

Schlangen sind nützliche Bestandteile des Ökosystems und halten Schädlinge kurz. Beachte folgende Regeln beim Wandern und Campen:

Häufige Fragen zu Welche Schlangen gibt es in Schweden (FAQ)

Gibt es gefährliche Giftschlangen in Schweden?

Die einzige giftige Schlange in Schweden ist die Kreuzotter (Vipera berus). Bisse sind schmerzhaft, aber für gesunde Erwachsene in der Regel nicht lebensgefährlich.

Wie heißt die Kreuzotter auf Schwedisch?

Auf Schwedisch heißt die Kreuzotter Huggorm.

Wann sind Schlangen in Schweden aktiv?

Schlangen erwachen je nach Wetter im April aus der Winterstarre und sind bis etwa September/Oktober aktiv. Im Frühjahr sonnen sie sich häufig auf warmen Steinen.

Gibt es Schlangen in Nordschweden?

Ja, die Kreuzotter kommt auch im Norden Schwedens vor, allerdings nicht in den sehr hohen Mountain- bzw. Fjell-Regionen. Ringelnattern und Schlingnattern beschränken sich eher auf den Süden und die Mitte.

Was macht man, wenn man im Schweden-Urlaub gebissen wird?

Bewahre Ruhe, stelle das gebissene Körperteil ruhig und kontaktiere sofort den Notruf unter der 112.

Sind Schlangen in Schweden geschützt?

Ja, alle Reptilien und Amphibien – einschließlich aller drei Schlangenarten – stehen in Schweden unter Vollschutz (Fridlyst).

Können schwedische Schlangen schwimmen?

Ja, vor allem die Ringelnatter ist eine hervorragende Schwimmerin und wird oft in Binnenseen gesehen. Auch Kreuzottern können bei Bedarf schwimmen.

Wie halte ich Schlangen vom Ferienhaus fern?

Halte den Rasen rund um das Stuga/Ferienhaus kurz und vermeide Haufen aus Totholz, Laub oder Steinen direkt am Haus, da diese als Verstecke dienen.

Fazit

Wer die Natur Schwedens genießt, braucht keine Angst vor Schlangen zu haben. Mit festem Schuhwerk, aufmerksamem Auftreten und respektvollem Abstand lässt sich die skandinavische Wildnis entspannt erkunden. Wenn du die Unterschiede zwischen der giftigen Kreuzotter und den ungiftigen Nattern kennst, bist du für dein nächstes Outdoor-Abenteuer bestens gerüstet.