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Abenteuer in der Urzeit: Das Naturschutzgebiet Trollegater in Östergötland

Entdecke das Naturschutzgebiet Trollegater in Östergötland. Praktische Tipps zu den eiszeitlichen Urgeschichtshöhlen, Wanderwegen & Ausrüstung.

Aktualisiert: 9. Juli 2026 5 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Småland

Wer an Schweden denkt, hat meist endlose Wälder, rote Holzhäuser und ruhige Seen vor Augen. Doch in der Provinz Östergötland, südlich von Linköping nahe dem Ort Rimforsa, verbirgt sich ein faszinierendes geologisches Phänomen: das Naturschutzgebiet Trollegater. Hier wartet kein zahmer Spazierweg, sondern ein echtes Abenteuer in einem der größten Primärhöhlensysteme des Landes.

Egal, ob du als Familie mit unternehmungslustigen Kindern anreist oder als Outdoor-Enthusiast die geologischen Spuren der letzten Eiszeit hautnah erleben willst – Trollegater bietet eine einzigartige Kulisse. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du für die Vorbereitung, Ausrüstung und den sicheren Besuch der geheimnisvollen "Troll-Tore" wissen musst.

Naturschutzgebiet Trollegater – Eindruck aus Småland, Schweden

Was ist Trollegater? Herkunft und Geologie einfach erklärt

Der Name „Trollegater“ bedeutet übersetzt so viel wie „Troll-Tore“. Der schwedischen Folklore nach bildeten die tiefen Felsspalten die Eingänge zu den Behausungen von Trollen, die sich hier vor der Christianisierung zurückgezogen haben sollen.

Aus geologischer Sicht ist die Entstehung nicht minder faszinierend. Es handelt sich hierbei um sogenannte Spaltenhöhlen (schwedisch: urbergsgrottor).

Insgesamt gibt es im Naturschutzgebiet rund ein Dutzend Höhlen. Die längste von ihnen, die Trolle-Grottan (Trollhöhle), misst eine Gesamtlänge von knapp 140 Metern.

Die wichtigsten Höhlen und Wanderwege im Überblick

Das Naturschutzgebiet ist relativ kompakt, aber dicht an Highlights. Ein gut markierter Rundweg führt dich durch den dichten Nadelwald direkt zu den markantesten Felsformationen.

Die wichtigsten Höhlen vor Ort

HöhleLänge / CharakteristikEignung
Huvudgrottan (Abendmahls- / Haupthöhle)Ca. 40 Meter; relativ gut zugänglich, hohe Decken im vorderen Bereich.Einsteiger & Familien
Trolle-Grottan (Trollhöhle)Ca. 140 Meter; verwinkelt, teils sehr enge Kriechpassagen.Erfahrene / Abenteurer
Gatugrottan (Straßenhöhle)Kurzer, schmaler Felspfad, der wie eine Gasse wirkt.Jederzeit begehbar

Der Wanderweg

Der eigentliche Rundweg um die Höhlen ist nur etwa ein bis zwei Kilometer lang. Allerdings bewegt man sich in alpin wirkendem Gelände. Wurzeln, rutschige Moosflächen und steile Felskanten erfordern volle Aufmerksamkeit. Entlang des Weges gibt es liebevoll eingerichtete Rastplätze mit Grillmöglichkeiten (Grillplatser).

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Praktische Checkliste: Die richtige Ausrüstung für die Höhlenerkundung

Ein häufiger Fehler bei der Planung: Viele Besucher unterschätzen die Bedingungen in den Spalten. Selbst im Hochsommer herrschen in den tiefen Felsgängen oft feuchtkühle Temperaturen um die 6 bis 10 Grad Celsius. Zudem ist es im Inneren der Höhlen absolut stockfinster.

Wichtiger Hinweis: Das Begehen der Höhlen geschieht komplett auf eigene Gefahr. Es gibt vor Ort keine Führer, keine künstliche Beleuchtung und keine Absperrungen in den Gängen.

Für ein sicheres Erlebnis solltest du folgende Dinge einpacken:

Anreise und Infrastruktur: So planst du deinen Besuch

Trollegater liegt in der Gemeinde Kinda, etwa 7 Kilometer westlich von Rimforsa.

Häufige Fehler beim Besuch – und wie du sie vermeidest

  1. Alleine in tiefe Spalten klettern: Gehe niemals allein in die hinteren Bereiche der Trolle-Grottan. Solltest du steckenbleiben oder umknicken, gibt es in den Höhlen keinerlei Mobilfunkempfang.
  2. Überschätzung der eigenen Fitness: Einige Gänge erfordern echtes Flachkriechen auf dem Bauch (Robben). Wenn du zu Platzangst (Claustrophobie) neigst, bleibe lieber in den offenen Felsspalten wie der Gatugrottan.
  3. Hunde unangeleint lassen: Im Naturschutzgebiet herrscht strikte Leinenpflicht. Die tiefen, oft von Moos verdeckten Spalten stellen für freilaufende Hunde eine lebensgefährliche Absturzstiege dar.

Häufige Fragen zu Naturschutzgebiet Trollegater (FAQ)

Wie lang sind die Höhlen in Trollegater?

Das gesamte System besteht aus mehreren Höhlen. Die längste Einzelhöhle ist die Trolle-Grottan mit rund 140 Metern Ganglänge. Die Huvudgrottan misst etwa 40 Meter.

Kostet der Eintritt zum Naturschutzgebiet Trollegater Eintritt?

Nein. Der Zugang zum Naturschutzgebiet sowie das Parken auf dem offiziellen Parkplatz sind absolut kostenlos.

Ist Trollegater für Kinder geeignet?

Ja, absolut. Kinder ab ca. 6 Jahren haben meist großen Spaß am Kraxeln. Allerdings sollten Eltern ihre Kinder durchgehend beaufsichtigen, da die Spalten tief sind. Ein Fahrradhelm schützt vor Beulen.

Kann man die Höhlen ganzjährig besuchen?

Theoretisch ja. Die beste Zeit ist jedoch von Mai bis Oktober. Im Winter und Frühjahr können Eis, Schnee und Schmelzwasser die Höhlengänge extrem rutschig und teilweise unpassierbar machen.

Gibt es geführte Touren in Trollegater?

Regulär gibt es keine festen Guides vor Ort. Das Gebiet wird individuell erkundet. Gelegentlich bieten lokale Outdoor-Veranstalter in der Hauptsaison Touren an, diese müssen jedoch vorab gebucht werden.

Sind Taschenlampen vor Ort ausleihbar?

Nein, es gibt keinerlei Verleihstationen oder Shops im Naturschutzgebiet. Du musst deine gesamte Ausrüstung (Licht, Verpflegung, Erste-Hilfe-Set) selbst mitbringen.

Gibt es in den Höhlen Mobilfunkempfang?

Nein. Sobald du tiefer in die Granitspalten einsteigst, bricht das Mobilfunksignal komplett ab. Informiere im Zweifel jemanden vorab, wenn du planst, die tiefen Systeme zu erkunden.

Darf man im Naturschutzgebiet zelten oder grillen?

Das Grillen ist ausschließlich an den dafür ausgewiesenen, fest installierten Grillplätzen erlaubt (sofern kein akutes Brandrisiko/Muckenverbot herrscht). Das Zelten unterliegt den spezifischen Schutzbestimmungen des Reservats – meist ist es nur für eine Nacht abseits der Wege gestattet, informiere dich dazu auf der Infotafel vor Ort.

Fazit

Das Naturschutzgebiet Trollegater ist ein absoluter Geheimtipp für Naturbegeisterte, die abseits der klassischen Touristenpfade das raue, urzeitliche Schweden erleben wollen. Es verbindet eine leichte Wanderung durch malerischen Urwald mit dem Nervenkitzel echter Höhlenforschung. Wer gut vorbereitet, trittsicher und mit gutem Licht ausgestattet ist, wird hier ein unvergessliches Outdoor-Abenteuer im Herzen von Östergötland erleben.