Kann man als Deutscher ein Haus in Schweden kaufen?

Lerne, wie du als Deutscher problemlos ein Haus in Schweden erwerben kannst. Erfahre den Ablauf des Kaufs und die versteckten Kosten.

Aktualisiert: 27. Juni 2026 5 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Småland

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Haus kaufen in Schweden als Deutscher: Der ultimative Leitfaden (inkl. Kosten & Checkliste)

Der Traum vom eigenen *Röda Stuga* (dem typischen roten Schwedenhaus) am See ist für viele Deutsche so lebendig wie nie. Doch wie sieht die rechtliche Realität aus? **Kann man als Deutscher überhaupt problemlos ein Haus in Schweden kaufen?**

Die kurze Antwort lautet: **Ja, absolut.** Es gibt keinerlei rechtliche Beschränkungen für ausländische Käufer. Dennoch unterscheidet sich der schwedische Immobilienmarkt drastisch vom deutschen System. Wer unvorbereitet in das berüchtigte schwedische Bieterverfahren einsteigt, verliert schnell Zeit und Geld.

In diesem Experten-Leitfaden erfährst du alles über den Ablauf, versteckte Hürden bei den Banken und die exakten Kosten.

Die rechtliche Lage: Voraussetzungen für Deutsche

Seit dem Jahr 2000 ist der Immobilienerwerb in Schweden für EU-Bürger komplett liberalisiert. Du benötigst weder einen festen Wohnsitz in Schweden noch eine schwedische Identitätsnummer (*Personnummer*), um Eigentum zu erwerben.

Alles, was du für den Kauf zwingend brauchst, sind:

1. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. 2. Nachweisbare finanzielle Mittel (*Kreditiv* oder Eigenkapital).

Der Ablauf des Hauskaufs in Schweden: Einzigartig und schnell

Während in Deutschland der Hauskauf über Wochen hinweg durch Notare entschleunigt wird, läuft der Prozess in Schweden oft innerhalb weniger Tage ab. Der staatlich geprüfte Makler (*Fastighetsmäklare*) übernimmt hierbei die rechtliche Funktion, die in Deutschland dem Notar zusteht. **Ein Notar wird in Schweden nicht benötigt.**

1. **Die Besichtigung und Untersuchung (Undersökningsplikt):** Wichtigster Schritt für den Käufer. In Schweden gilt das Prinzip „gekauft wie gesehen“. Als Käufer hast du eine gesetzliche **Untersuchungspflicht (*Undersökningsplikt*)**. Spätere Reklamationen von sichtbaren Mängeln sind ausgeschlossen. Es ist dringend ratsam, vorab einen unabhängigen Sachverständigen (*Besiktningsman*) zu beauftragen.

2. **Das Bieterverfahren (Budgivning):** Der schwedische Standard. Häuser werden meist mit einem Startpreis (*Accepterat pris*) inseriert. Gibt es mehrere Interessenten, beginnt das **Bieterverfahren (*Budgivning*)**. Gebote werden per SMS oder online abgegeben und sind transparent einsehbar. Das höchste Gebot gewinnt jedoch nicht automatisch – der Verkäufer entscheidet frei, an wen er verkauft.

3. **Der Kaufvertrag (Köpekontrakt) & Anzahlung:** Rechtliche Bindung. Ist man sich einig, wird der *Köpekontrakt* unterzeichnet. Erst jetzt ist der Kauf bindend. Mit der Unterschrift wird die **Anzahlung (*Handpenning*)** fällig. Sie beträgt in der Regel **10 % des Kaufpreises** und wird auf das Treuhandkonto des Maklers überwiesen.

4. **Die Übergabe und der Kaufbrief (Köpebrev):** Eigentumsübertrag. Am Tag der Übergabe (*Tillträdesdag*) wird die Restsumme (90 %) fällig. Der Makler erstellt den **Kaufbrief (*Köpebrev*)**. Sobald dieser von beiden Parteien unterzeichnet ist, bist du offiziell der rechtliche Eigentümer. Die anschließende Eintragung ins Grundbuch (*Lagfart*) beim Amt *Lantmäteriet* hat nur noch deklaratorische Wirkung.

Kosten und Gebühren: Warum Schweden ein „Schnäppchen“ ist

Die Erwerbsnebenkosten in Schweden sind im Vergleich zu deutschen Bundesländern (wo teils bis zu 10–12 % für Notar, Makler und Steuern anfallen) verschwindend gering.

Kann man als Deutscher ein Haus in Schweden kaufen? – Eindruck aus Småland, Schweden

Keine Maklergebühren für den Käufer

In Schweden gilt das strikte Bestellerprinzip: **Der Verkäufer zahlt die komplette Maklerprovision.** Verlangt ein Makler von dir als Käufer Geld, ist das unseriös.

Einmalige Kaufnebenkosten

* **Grunderwerbssteuer (*Stämpelskatt*):** 1,5 % des Kaufpreises (oder des steuerlichen Einheitswertes, falls dieser höher ist). * **Grundbucheintragung (*Lagfart*):** Eine feste Bearbeitungsgebühr von derzeit **825 SEK** (ca. 75–80 EUR). * **Pfandbriefe (*Pantbrev*):** Falls du Hypotheken auf das Haus aufnehmen willst und keine alten Pfandbriefe im Haus vorhanden sind, fallen 2 % der neuen Kreditsumme an Gebühren an. Vorhandene Pfandbriefe des Vorbesitzers können kostenlos übernommen werden.

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Laufende Kosten (*Driftkostnader*)

* **Kommunale Grundabgabe (*Fastighetsavgift*):** Diese beträgt jährlich **0,75 % des steuerlichen Einheitswertes (*Taxeringsvärde*)** der Immobilie, ist jedoch gesetzlich **gedeckelt** (je nach Jahr bei ca. 800–900 EUR maximal). * **Betriebskosten:** Strom, Heizung (Vorsicht bei reiner Direktelektrizität im Winter!), Müllabfuhr und Wasser schlagen je nach Nutzung (Ferienhaus vs. Dauerwohnsitz) mit etwa 150 bis 400 EUR im Monat zu Buche.

Die 2 größten Hürden für deutsche Käufer

Während der rechtliche Prozess einfach ist, scheitern viele Deutsche an zwei praktischen Hürden:

Hürde 1: Die Finanzierung

Schwedische Banken vergeben Kredite im Regelfall nur an Personen, die eine schwedische Kredithistorie und ein Einkommen in Schweden (nachweisbar über die Steuerbehörde *Skatteverket*) besitzen.

**Die Lösung:** Finanziere das schwedische Haus über eine deutsche Bank – beispielsweise durch Beleihung einer bereits abbezahlten Immobilie in Deutschland.

Hürde 2: Das Bankkonto und Geldwäschegesetze

Aufgrund strenger EU-Geldwäsche-Richtlinien (*2015/849/EU*) fordern schwedische Makler für die finale Zahlung zunehmend ein **schwedisches Bankkonto**. Ausländische SEPA-Direktüberweisungen über 10.000 EUR für den Restkaufpreis werden von schwedischen Banken oft blockiert, bis lückenlose Herkunftsnachweise des Geldes vorliegen. Kümmere dich zwingend *vor* dem Bieterverfahren um die Zahlungsabwicklung mit dem Makler.

Wichtige Checkliste für die Hausbesichtigung

Wenn du dein Traumhaus besichtigst, frage den Makler gezielt nach diesen Punkten:

* **Wasserversorgung:** Gibt es kommunales Wasser oder einen eigenen Brunnen (*Egen brunn*)? Wenn Brunnen: Liegt ein aktueller Wasserqualitätstest vor? * **Abwasser (*Avlopp*):** Entspricht das Abwassersystem den aktuellen Umweltstandards der jeweiligen Kommune? (Nachrüstungen können schnell 10.000 EUR+ kosten). * **Schornstein:** Wann war die letzte Dichtigkeitsprüfung des Schornsteinfegers (*Sotare*) für den Kamin? * **Radon-Messung:** Gibt es ein Protokoll über die Radonbelastung im Haus? (In bestimmten Regionen Schwedens ein wichtiges Thema).

Häufige Fragen zu Kann man als Deutscher ein Haus in Schweden kaufen? (FAQ)

Gibt es Maklergebühren für den Käufer in Schweden?

Nein, der Verkäufer zahlt die komplette Maklerprovision.

Welche Kosten fallen beim Kauf eines Hauses in Schweden?

1,5 % Grunderwerbssteuer und eine feste Bearbeitungsgebühr von 825 SEK für den Grundbucheintrag.

Wie kann ich das Bieterverfahren gewinnen?

Das höchste Gebot gewinnt nicht automatisch, der Verkäufer entscheidet frei, an wen er verkauft.