Gibt es Bären oder Wölfe in Schweden? Fakten über die großen Raubtiere des Nordens
Bären und Wölfe im Schwedischen Wald
Wer an die schwedische Wildnis denkt, hat unweigerlich Bilder von unendlichen Wäldern vor Augen – und mit ihnen die Frage, welche großen Raubtiere dort eigentlich leben. Die klare Antwort lautet: Ja, es gibt sowohl Braunbären als auch Wölfe in Schweden. Zusammen mit dem Luchs und dem Vielfraß gehören sie zu den „Großen Vier“ der skandinavischen Raubtiere.
Obwohl die Bestände stabil sind, brauchst du als Urlauber keine Angst vor einer Begegnung beim Wandern oder Beerenpflücken zu haben. Die Tiere sind extrem scheu. Hier erfährst du alles über die Verbreitung, die Populationszahlen und das richtige Verhalten.
Der schwedische Braunbär - Der gemütliche Riese des Nordens
Der schwedische Braunbär: Der gemütliche Riese des Nordens
Schweden beheimatet eine der größten Braunbären-Populationen in ganz Europa. Die schwedischen Bären (*brunbjörn*) sind im Vergleich zu ihren nordamerikanischen Verwandten, den Grizzlys, etwas kleiner und deutlich friedlicher.
Buche jetzt und zahle später bei Booking.com!Populationsgröße und Verbreitung der Bären in Schweden
Populationsgröße und Verbreitung der Bären
Aktuell geht man von einem stabilen Bestand von knapp 3.000 Braunbären in Schweden aus. Die Population wird durch staatlich regulierte Abschussquoten bei der jährlichen Lizenzjagd im Herbst bewusst kontrolliert, um Konflikte mit der Bevölkerung und der Rentierzucht zu minimieren.
Das Verbreitungsgebiet der Bären beginnt etwa ab der Mitte Schwedens (nördlich von Dalarna und Gävleborg) und erstreckt sich über die gesamte nördliche Hälfte des Landes bis weit nach Lappland hinein. In Südschweden, also in Urlaubsregionen wie Småland, Halland oder Schonen, gibt es dauerhaft keine wildlebenden Bären.
Sind schwedische Bären gefährlich?
Sind schwedische Bären gefährlich?
Nein, im Regelfall nicht. Die schwedischen Bären sind Vegetarier aus Leidenschaft: Sie ernähren sich im Sommer und Herbst zu fast 80 Prozent von Blaubeeren, Ameisen und Pflanzen. Menschen gehen sie instinktiv weit aus dem Weg. Die meisten Schweden, die ihr Leben lang im Wald arbeiten, bekommen niemals einen Bären zu Gesicht.
Gefährlich kann es nur in absoluten Ausnahmesituationen werden: Wenn man eine Bärenmutter mit ihren Jungen überrascht, einen Bären an seinem frisch geschlagenen Riss stört oder das Tier verletzt ist.
Der Wolf in Schweden - Ein heiß diskutiertes Raubtier
Der Wolf in Schweden: Ein heiß diskutiertes Raubtier
Die Rückkehr des Wolfes (*varg*) ist in Schweden – genau wie in Mitteleuropa – ein hochemotionales Thema, das die Gemüter von Naturschützern, Jägern und Nutztierhaltern regelmäßig erhitzt.
Populationsgröße und Verbreitung der Wölfe
Populationsgröße und Verbreitung der Wölfe
Der schwedische Wolfsbestand beläuft sich derzeit auf schätzungsweise 350 bis 375 Individuen. Das Land teilt sich die skandinavische Wolfspopulation eng mit dem Nachbarland Norwegen, wobei der Großteil der Rudel auf schwedischem Boden lebt. Die schwedische Regierung verfolgt das politische Ziel, den Bestand durch gezielte Schutz- und Lizenzjagden langfristig zu regulieren.
Das Verbreitungsgebiet der Wölfe konzentriert sich auf die sogenannte Wolfszone (*vargrevir*) in Mittelschweden. Dazu gehören vor allem die waldreichen Provinzen Värmland, Dalarna, Gävleborg und Örebro. In Nordschweden (Lappland) werden Wölfe zum Schutz der Rentierzucht der Samen kaum geduldet, während sie in den südlichsten Provinzen bisher nur sehr vereinzelt als Einzeltiere auf der Durchreise auftauchen.
Besteht Gefahr für den Menschen?
Besteht Gefahr für den Menschen?
Die Angst vor dem „bösen Wolf“ ist unbegründet. Der letzte dokumentierte Fall, bei dem ein wildlebender Wolf in Schweden einen Menschen angegriffen hat, liegt weit über 200 Jahre zurück (im Jahr 1821). Wölfe meiden die Nähe des Menschen penibel. Wenn sie menschliche Witterung aufnehmen oder Geräusche hören, ergreifen sie lange vor einer Sichtung die Flucht.
Richtiges Verhalten im Raubtiergebiet: So verhältst du dich korrekt
Falls du in den Wäldern Mittelschwedens oder Lapplands unterwegs bist, reichen ein paar einfache Grundregeln aus, um absolut sicher und entspannt durch die Natur zu gehen:
Mache auf dich aufmerksam. Wer durch dichtes Gebüsch oder unübersichtliches Gelände läuft, sollte nicht lautlos schleichen. Unterhalte dich normal, singe ein Lied oder zertrete ab und zu einen Ast. Raubtiere hören dich dann frühzeitig und weichen aus.
Hunde immer an der Leine führen. Das ist das wichtigste Gesetz im schwedischen Wald. Ein freilaufender Hund stöbert Wildtiere auf, attackiert sie eventuell und läuft im schlimmsten Fall schutzsuchend zu seinem Besitzer zurück – und bringt den Bären oder Wolf direkt mit.
Müll absolut sauber halten. Wenn du wild campst, lass niemals Essensreste oder offenen Müll rund um das Zelt liegen. Der Geruch lockt neugierige Wildtiere an.
Was tun bei einer unwahrscheinlichen Begegnung?
Sollte es doch zu der absoluten Ausnahmesituation kommen, dass plötzlich ein Bär oder Wolf vor dir steht, befolge diese drei Schritte:
1. **Ruhe bewahren und stehenbleiben:** Laufe niemals panisch weg. Das könnte den Jagdinstinkt der Tiere triggern. 2. **Auf dich aufmerksam machen:** Sprich mit fester, lauter Stimme. Zeige dem Tier, dass du ein Mensch bist. Du kannst die Arme über den Kopf heben, um größer zu wirken. 3. **Langsam zurückziehen:** Weiche langsam und rückwärtsgehend zurück, ohne dem Tier den Rücken zuzukehren. Lass dem Tier in jedem Fall eine klare Fluchtroute frei.
Häufige Fragen zu Gibt es Bären oder Wölfe in Schweden? (FAQ)
Gibt es Bären in Südschweden?
Nein, in Südschweden gibt es dauerhaft keine wildlebenden Bären.
Wie groß ist die schwedische Wolfspopulation?
Der Bestand beträgt schätzungsweise 350 bis 375 Individuen.
Was soll man bei einer Begegnung mit einem Bären oder Wolf tun?
Ruhe bewahren, auf sich aufmerksam machen und langsam zurückziehen.