Wer mit dem eigenen Fahrzeug nach Schweden reist oder das Land von Süden nach Norden durchquert, schätzt die hervorragend ausgebaute Infrastruktur. Doch im schwedischen Straßennetz gibt es vereinzelte Abschnitte, an denen eine sogenannte Infrastrukturgebühr (Infrastrukturavgift) anfällt. Neben den City-Mauten in Stockholm und Göteborg betrifft dies vor allem drei zentrale Brücken.
Um böse Überraschungen oder Mahngebühren nach dem Urlaub zu vermeiden, zeigt dieser Ratgeber detailliert, welche Brücken in Schweden im Jahr 2026 mautpflichtig sind, was die Überquerung kostet und wie die Abrechnung für deutsche Urlauber stressfrei funktioniert.
Das Problem: Unwissenheit führt zu unnötigen Mahngebühren
Viele Schweden-Urlauber sind verunsichert, wenn sie das erste Mal vor der Routenplanung stehen. Auf der Autobahn gibt es keine klassischen Mautkassen wie in Frankreich oder Italien. Man fährt einfach über die Brücke, sieht Schilder mit der Aufschrift „Infrastrukturavgift“ und fragt sich: Wo bezahle ich jetzt? Wer sich im Vorfeld nicht informiert, riskiert unnötige Zusatzgebühren, da die Rechnungen im Nachgang über Dienstleister im Ausland zugestellt werden.
Der Lösungsansatz: Das vollautomatische System EPASS24
Schweden setzt bei seinen heimischen Brücken auf ein rein elektronisches, schrankenloses System. Kameras an den Brückenbrücken erfassen das Kennzeichen jedes passierenden Fahrzeugs. Eine manuelle Zahlung vor Ort ist hier weder möglich noch notwendig.
Für ausländische Fahrzeuge wird die Abwicklung über das System EPASS24 (betrieben von ParkFactor) gesteuert. Reisende haben zwei Optionen:
- Automatische Abbuchung (Empfohlen): Vor der Reise registriert man das Fahrzeugkennzeichen und eine Kreditkarte auf der offiziellen Plattform von EPASS24. Die Mautbeträge werden dann automatisch und ohne Extragebühren abgebucht.
- Rechnung per Post: Wer sich nicht registriert, erhält einige Wochen nach der Reise eine detaillierte Rechnung an die Adresse des Fahrzeughalters in Deutschland geschickt.
Die drei wichtigsten mautpflichtigen Brücken im Überblick
Die Mautpflicht in Schweden beschränkt sich auf ausgewählte Bauwerke. Hier sind die aktuellen Tarife und Details für das Jahr 2026.
1. Die Öresundbrücke (Verbindung Dänemark – Schweden)
Die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen mit Malmö und ist das bekannteste Nadelöhr für die Anreise auf dem Landweg. Sie wird nicht über das EPASS24-System der schwedischen Transportbehörde abgerechnet, sondern von einem eigenständigen Konsortium betrieben.
- Tarife 2026 (Spontanfahrt Pkw bis 6 Meter): ca. 65 € bis 70 € pro Überfahrt (währungsabhängig).
- Zahlungsmethoden: Vor Ort an den bemannten gelben Spuren (Barzahlung) oder den blauen Spuren (Kredit-/EC-Karte).
- Spartipp: Wer die Brücke im selben Jahr für eine Hin- und Rückfahrt nutzt, sollte vorab das Rabatt-Abo ØresundGO online abschließen. Gegen eine geringe Jahresgebühr reduziert sich der Preis pro Überfahrt um mehr als die Hälfte.
2. Die Motalabrücke (Motalabron – Riksväg 50)
Die Brücke führt in der Provinz Östergötland über die Bucht des Vätternsees und entlastet das Stadtzentrum von Motala.
- Tarif 2026 (Pkw bis 3,5t): 5 SEK (ca. 0,45 EUR) pro Überfahrt.
- Abrechnung: Vollautomatisch über EPASS24.
3. Die Sundsvallbrücke (Sundsvallsbron – E4)
Diese beeindruckende Brücke im Norden Schwedens führt über den Sundsvallsfjärden und verkürzt die Fahrzeit auf der wichtigen Europastraße 4 erheblich.
- Tarif 2026 (Pkw bis 3,5t): 9 SEK (ca. 0,80 EUR) pro Überfahrt.
- Abrechnung: Vollautomatisch über EPASS24.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Zahlungswege
| Zahlungsweg | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Vorab-Registrierung bei EPASS24 | • Kein Papierkram nach dem Urlaub<br> |
<br>• Direkte Kontrolle der Kosten im Online-Portal<br>
<br>• Keine Gefahr, Fristen zu versäumen | • Kurzer Zeitaufwand vor der Abreise für die Registrierung | | Zahlung nach Rechnungserhalt (Post) | • Kein Aufwand vor der Reise nötig | • Rechnungen kommen oft verzögert an<br>
<br>• Bei Zahlungsverzug drohen hohe schwedische Mahngebühren (Verzögerungsgebühr) |
Praxisbeispiele: So planen Sie Ihre Route richtig
Szenario A: Die klassische Småland-Anreise über die Brücken
Sie starten in Norddeutschland und fahren über die dänischen Inseln. An der Öresundbrücke nutzen Sie die Kreditkartenspur oder Ihr vorab gebuchtes Online-Ticket. Sobald Sie Malmö erreichen, fahren Sie mautfrei auf schwedischen Autobahnen bis in Ihr gebuchtes Ferienhaus in Småland. Die kleinen Brücken in Motala oder Sundsvall berühren Sie auf dieser Route im Regelfall nicht.
Szenario B: Der Roadtrip nach Nordschweden
Sie nutzen eine Fähre direkt nach Südschweden (z.B. Travemünde–Trelleborg) und fahren die E4 Richtung Norden hoch. Auf Höhe Sundsvall passieren Sie die Sundsvallbrücke. Da Sie Ihr Kennzeichen vorab bei EPASS24 hinterlegt haben, registriert die Kamera Ihr Fahrzeug, bucht die 9 SEK von Ihrer Kreditkarte ab, und Sie können die Fahrt ohne Zwischenstopp genießen.
Häufige Fehler von Urlaubern
- Mautpflicht mit Vignette verwechseln: In Schweden gibt es keine klassische Autobahnvignette wie in Österreich oder der Schweiz. Nur die spezifischen Brücken und die City-Maut-Zonen kosten Geld.
- Rechnungen ignorieren: Wer Post aus Schweden (oder von Euro Parking Collection/EPASS24) erhält, sollte diese zügig begleichen. Die schwedischen Behörden sind bei der Durchsetzung von Mautverstößen sehr strikt; die Mahngebühren übersteigen den eigentlichen Mautwert schnell um ein Vielfaches.
Brückenmaut und Ferienhaus-Urlaub: Ein Tipp für Eigentümer
Die unkomplizierte Infrastruktur Schwedens zieht jährlich hunderttausende deutsche Urlauber an, die Ruhe und Natur – insbesondere in der malerischen Region Småland – suchen. Für Besitzer eines schwedischen Ferienhauses bietet diese hohe Nachfrage ein großes Potenzial für die Urlaubsvermietung.
Wie erreicht man die passenden Gäste?
Viele Vermieter stellen sich die Frage, wie sie ihr Objekt optimal vermarkten können. Große, internationale Buchungsplattformen wie Airbnb oder Booking.com bieten zwar eine enorme Reichweite, gehen jedoch oft mit spürbaren Provisionen und einer unpersönlichen Abwicklung in der Masse unter.
Eine zielgerichtete Alternative für Immobilien im Norden können spezialisierte Plattformen sein. Portale wie Smalandhaus.de fokussieren sich primär auf die Region Småland und das Reiseland Schweden. Durch diese thematische Ausrichtung lässt sich der Streuverlust bei der Mietersuche deutlich reduzieren, da Urlauber dort gezielt nach typisch schwedischen Unterkünften suchen. Für Vermieter, die den direkten Kontakt zum Gast schätzen und transparente Konditionen bevorzugen, lohnt sich ein Vergleich solcher Spezialportale gegenüber anonymen Massenplattformen oft.
Häufige Fragen zu Brücken Maut in Schweden aktuell 20026 (FAQ)
Wie bezahlt man die Brückenmaut in Schweden?
Die Brücken in Motala und Sundsvall werden automatisch per Kennzeichenerfassung über das System EPASS24 abgerechnet. Die Öresundbrücke wird direkt an den dortigen Mautstationen mit Karte/Bargeld oder per vorab registriertem Transponder/Online-Ticket bezahlt.
Was passiert, wenn ich EPASS24 nicht bezahle?
Wenn die per Post zugestellte Rechnung nicht fristgerecht beglichen wird, erheben die schwedischen Behörden eine gesetzliche Mahngebühr (Fersentingsavgift) von aktuell 500 SEK (ca. 44 EUR), unabhängig von der Höhe des ursprünglichen Mautbetrags.
Kostet die Fahrt über schwedische Autobahnen Geld?
Nein. Das allgemeine Autobahn- und Landstraßennetz in Schweden ist für Pkw komplett mautfrei. Gebühren fallen nur für die Brücken in Motala, Sundsvall, die Öresundbrücke sowie die City-Maut in Stockholm und Göteborg an.
Fazit
Die Brückenmaut in Schweden im Jahr 2026 ist dank der modernen Kennzeichenerfassung extrem nutzerfreundlich gestaltet. Während man sich um die Öresundbrücke direkt bei der Überfahrt kümmert, laufen die innerdeutschen Brückenmauten in Motala und Sundsvall im Hintergrund ab. Mit einer kurzen Registrierung bei EPASS24 vor dem Urlaub lässt sich die Reise vollkommen entspannt und ohne Sorge vor nachträglicher Post genießen.